Maschinenstundensatz berechnen im Handwerk | Ellmann Consulting

Maschinenkosten berechnen

by Lukas Ellmann

Maschinenkosten berechnen

by Lukas Ellmann

by Lukas Ellmann

Die Berechnung des Maschinenstundensatz gehört im internen Rechnungswesen zur Kostenträgerrechnung nach Finalprinzip. In diesem ersten Satz stehen bereits so viele Fremdwörter, wodurch es nicht verwunderlich ist, dass viele produzierende Handwerksbetriebe keinen Gedanken an diese hilfreiche Berechnung verschwenden. Wir werden in diesem Beitrag erklären für wen es relevant ist Maschinenstundensätze zu berechnen und wozu das gut ist.

Maschinenstundensatz berechnen in 5 Minuten

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Um den Stundensatz mit unserer Vorlage zu berechnen brauchen Sie maximal 15 Felder auszufüllen. Sie starten am besten mit der Bezeichung ihrer Maschine, sodass Sie die Kalkulation nachträglich wieder zuordnen können.

Auf dem Bild sehen Sie, dass einige Felder orange markiert sind. Diese dürfen Sie ausfüllen, der Rest ist mit Formeln belegt und sollte ohne Excel-Verständnis nicht verändert werden. Die meisten orangefarbenen Felder sind selbsterklärend, dennoch ist hier eine kurze Erklärung zu jedem Punkt:

  1. Anschaffungskosten: Alle Kosten die zum Erwerb der Maschine notwendig sind.
  2. Preisindex: Wieviel kostet es Sie eine vergleichbare Maschine zu erwerben, nach der Nutzungsdauer.
  3. Nutzungsdauer: Wie lange schreiben Sie die Maschine ab?
  4. Kalkulatorische Zinsen: Wie viel Zinsen würden Sie bekommen, wenn Sie das Geld nicht in die Maschine investiert hätten?
  5. Instandhaltung: Wie viel Geld zahlen Sie für Instandhaltung der Maschine im Jahr? (% vom Anschaffungswert)
  6. Flächenbedarf: Wie viel Platz nimmt die Maschine in Ihrer Produktion ein?
  7. Raumkosten: Was kostet Sie die Produktionshalle im Monat pro m²?
  8. Elektrische Nennleistung: Wie hoch ist die Nennleistung der Maschine?
  9. Auslastung Nennleistung: Zu wieviel Prozent ist die Nennleistung ausgelastet?
  10. Strompreis: Wie teuer ist Ihr Strom pro kWh?
  11. Anschlusswert: Was kostet es Sie, die Maschine anzuschließen? (Energiekosten)
  12. Werkzeugkosten: Wie viel zahlen Sie für Werkzeuge? (Bohrer, Fräser,..)
  13. Restfertigungs-Gemeinkosten: Welche Kosten fallen in der Produktion an, die Sie keiner Maschine eindeutig zuordnen können?
  14. Maschinenlaufzeit: Wie viele Stunden läuft die Maschine im Monat?

Nachdem Sie alle Felder ausgefüllt haben ist der Maschinenstundensatz auch schon berechnet und Sie haben eine Kalkulationsgrundlage für Ihre nächsten Angebote.

Für wen eignet sich die Kalkulation also?

Für maschinenintensive Produktionen ist diese Kalkulation unserer Meinung nach unabdingbar und bietet im Verhältnis zum Aufwand einen enormen Mehrwert. Durch diese einfache Rechnung können Sie viel besser einschätzen, ob Sie Ihre Angebote aktuell richtig kalkulieren. Fehlkalkulationen führen hier nämlich nicht selten zu erheblichen Gewinneinbußen. Nachdem Sie aber ein besseres Verständnis für Ihre Kosten bekommen haben, können Sie ohne Mehrarbeit mehr Gewinn erzielen. Dabei ist die Maschinenstundensatzkalkulation aber nur der Anfang. Schauen Sie auf unserer Kontaktseite vorbei und vereinbaren Sie einen kostenlosen Beratungstermin, in welchem wir Ihnen erklären, wie Sie ohne viel Anstrengung Ihre Kosten automatisiert immer im Blick haben.


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Lukas arbeitet seit 2018 selbstständig als Unternehmensberater. Schon früh hat er sich auf Dienstleistungen für produzierende Betriebe und Start-Ups spezialisiert. Die Kernkompetenzen der Beratung liegen im Verkauf/Marketing, Pricing und Prozessmanagement.

5 Comments

  1. Bitte senden Sie mir alle Formeln zur Berechnung des Stundensatzes zu. Ich kann das nämlich nicht rechnerisch nachvollziehen. Vielen Dank im voraus.

  2. Hallo Herr Ellmann,

    als Nutzungsdauer schreiben Sie zum Ansatz “Wie lange schreibe ich die Maschine ab?”.
    Hier wäre ja aber die wirtschaftliche Nutzungsdauer zu erwähnen, welche von der steuerlichen Nutzungsdauer abweicht.
    Das ist eventuell als Wissen vorausgesetzt, aber vielleicht nicht allen bekannt. Für den Stundensatz aber schon von Relevanz, oder? Gerade in den letzten Jahren der Maschinennutzung, welche vom Zeitraum über der steuerlichen liegen würde. LG KO

    • Guten Tag Herr Orlowski,
      sehr gute Frage. Dazu schauen wir uns am besten an, wofür wir den Parameter “Nutzungsdauer” verwenden. Wir brauchen ihn ausschließlich für die Berechnung der “Kalkulatorischen Abschreibung”. Diese Abschreibung ist nur für unsere eigenen Berechnungen und demnach zu differenzieren von der buchhalterischen Abschreibung. Für die buchhalterische Abschreibung brauchen wir die steuerliche Nutzungsdauer. Für die kalkulatorische können wir auch die reale Nutzungsdauer nehmen.

      Sie haben demnach recht: die Wahl der Nutzungsdauer ist nicht unerheblich. Ich würde jedoch nicht empfehlen die Jahre zu großzügig anzusetzen, weil dann der Stundensatz stark sinkt. Das ist wiederum unrealistisch und könnte bei einem außerordentlichen Schaden schlimme Folgen für den Betrieb haben.

      LG
      Lukas Ellmann

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